Eine einsame weiße Wand steht im Atelier. Ringsherum ein Wald aus Töpfen. Gefüllt mit den prächtigsten Farben. Zinnoberrot, Veilchenblau, Mokkabraun.
Die weiße Fläche ragt daraus empor wie ein majestätischer Berg. Und auf diesem Berg beginnt das Leben. Feine Linien erscheinen am Horizont und ziehen immer weiter in Richtung Spitze von eben diesem Berg. Die Sonne taucht auf und die ersten Wolken wandern am Firmament. Am Fuße des Berges wachsen Blumen. Rote Rosen, gelbe Butterblumen, gar jede Sorte von Blumen, die an der Erdoberfläche zu finden sind. Bäume steigen zum Himmel empor und weite, grüne Wiesen erstrecken sich über die einst weiße Wüste. Die ersten Vögel bewegen sich zwischen den flauschigen Wölkchen. Sie fliegen auf den See zu, der bis eben noch ausgetrocknet schien. Karpfen schwimmen im kühlen Nass. Frösche springen von Seerosenblättern zu Seerosenblättern. Die ersten Bewohner des anliegenden Waldes kommen zum Trinken. Rehe, Hirsche, Füchse und Marder vereinen sich in Harmonie an dieser herrlichen, glitzernden Fläche des Lebens. Sonnenstrahlen fallen über die gesamte Szenerie. Der traurige, weiße Berg verschwindet im Nichts.
Ruhe tritt ein. Alles erscheint regungslos. Das Licht geht aus. Das Letzte, was zu hören ist, ist ein leises Klicken, das sich allmählich im Raume verliert.
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